Mineralstoff Kalium

Kalium

Kalium ist ein wichtiger Elektrolyt im Körper, und wird daher auch häufig routinemässig bei Blutuntersuchungen gemessen. Dabei muss die Kaliumkonzentration im Serum zwischen 3,5 und 5,5 mmol/l betragen.
Kalium ist hauptsächlich, und zwar zu rund 98%, im Zellinneren vorhanden. Kalium ist zudem an der Gewinnung von Energie und am Wasser-Elektrolyt-Haushalt beteiligt. Zusammen mit anderen Elektrolyten (geladenen Teilchen) und Molekülen ist es wesentlich an der Aufrechterhaltung des osmotischen Drucks in den Zellen beteiligt.
Kalium ist unter anderem an der Aktivierung einiger Enzyme, an der Biosynthese von Eiweiss, sowie am Kohlenhydratstoffwechsel und damit an der Energieproduktion beteiligt. Zusammen mit Natrium, Kalzium und Chlor wirkt Kalium auf die Herzmuskeltätigkeit ein und ist für die Erregbarkeit von Muskel- und Nervenzellen zuständig. Das geschieht durch den Aufbau einer elektrischen Potentialdifferenz zwischen dem Zellinneren und dem Zelläusseren.

Täglicher Kaliumbedarf

Der genaue Bedarf an Kalium ist nicht eindeutig festzulegen, da er von einer Reihe von Parametern eines jeden Menschen abhängig ist. Für Menschen ab dem 17. Lebensjahr wird der Mindestbedarf als Mittelwert auf ca. zwei Gramm Kalium pro Tag geschätzt. Für Kinder und Jugendliche liegt der Bedarf laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung bei ein bis zwei Gramm. Säuglinge benötigen ca. 450 bis 600 mg täglich.

 

Kalium ist in vielen Lebensmitteln enthalten. Der tägliche Bedarf gilt daher allgemein als gedeckt. Aufgrund verschiedener Bedingungen, auf die im folgenden Text noch genauer eingegangen wird, kann aber ein Mehrbedarf an Kalium bestehen.

Kaliumreiche Lebensmittel

Kalium kommt vor allem in Getreide, Gemüse und Früchten vor. Dabei enthalten z.B. Pfifferlinge rund 5 g Kalium pro 100 g Trockenmasse. Obst, vor allem Bananen, grünes Gemüse wie beispielsweise Spinat, Salat und Petersilie, Vollkornbrot, Fleisch und Fisch sind gute Kaliumlieferanten. So befinden sich beispielsweise in 100 g Banane etwa 400 mg (0,4g) Kalium.

 

Es sollte aber beachtet werden, dass Kalium bei der Zubereitung von Lebensmittel durch längeres Wässern oder Kochen in Lösung geht, und damit mit dem Kochwasser verworfen wird. Im Falle von Nierenerkrankungen, bei denen der Mineralstoffhaushalt gestört ist, macht man sich diese Tatsache zu Nutze. Deshalb lässt man bei der Zubereitung für Nierenkranke Gemüse und Kartoffeln lange wässern.

Bei normaler Ernährung ist in der Regel nicht mit einem Kaliummangel zu rechnen, da der erwachsene Mensch mindestens
2 g Kalium täglich aufnimmt. Ein Mangel tritt möglicherweise bei Fehl- oder Mangelernährung auf.

Kaliummangel
Unter einer Hypokaliämie versteht man eine Erniedrigung des Kaliums im Blutserum unter 3,5 Millimol pro Liter (mmol/l). Es ist die häufigste Form der Elektrolytstörungen. Die Ursachen für einen derartigen Kaliummangel können u.a. sein:
     
  Erbrechen, Durchfälle, Missbrauch von Abführmittel
  Vermehrte Ausscheidung über die Nieren z.B. bei Therapie mit Diuretika
  Entzündliche Darmerkrankungen
  Alkoholmissbrauch
  zu hoher Salzkonsum
  Akute Alkalose (Störung im Säure-Basen-Haushalt)
  Hohes Alter, Austrocknung durch zu geringe Flüssigkeitszufuhr
     
Starkes Schwitzen und körperliche Anstrengung können einen Mangel an Kalium herbeiführen. Dieser Mangel kann eine Reihe von Störungen im Körper bewirken, die relativ unspezifisch sind: beispielsweise Muskelschwäche, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, Krämpfe und schwankende Stimmungen.

Bei Kaliummangel sinkt zudem der Blutzuckerspiegel, mit der Folge der Symptome einer Unterzuckerung. Ferner können Nierenfunktionsstörungen, Herz- und Kreislaufprobleme (häufig findet man hierbei charakteristische EKG-Veränderungen) sowie Darmträgheit infolge eines herabgesetzten Muskeltonus die Folge eines Kaliummangels sein.

Ein Missbrauch von Abführmitteln (Laxantien) - z.B. zum Abnehmen - führt langfristig zu Störung des Kaliumhaushalts im Sinne eines Kaliummangels und kann so wiederum ursächlich für hartnäckige Verstopfung werden. Diese Zusammenhänge, die dann zumeist zum weiteren Einsatz von Abführmitteln führen, stellen somit einen Circulus vitiosus, einen Teufelskreis, dar.

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