Kalzium

Kalzium, auch "Calcium" geschrieben, ist ein silberweissliches weiches Erdalkalimetall, das an der Luft nicht beständig ist. Es besitzt die Ordnungszahl 20 und das chemische Symbol Ca. Es wurde im Jahr 1808 von dem englischen Chemiker Sir Humphry Davy (1778- 1829) in London entdeckt und beschrieben. Es kommt in der Natur nicht in reiner Form, sondern nur in zahlreichen Verbindungen vor. So als Kalziumkarbonat oder im Kalkstein, dem Gips und dem Dolomit. Insgesamt sind über 200 Mineralien bekannt, die Kalzium enthalten. In der Erdrinde ist es vor dem Natrium das 5. häufigste Element.

In der Technik wird Kalzium u.a. bei der Gewinnung von Chrom, Vanadium, Uran oder Plutonium aus seinen Erzen verwendet. Früher besass es eine überragende Bedeutung für die Herstellung von Baumaterialien, und zwar in Form von Kalziumkarbonat, Kalziumoxid (Brandkalk) oder Kalziumhydroxid (Löschkalk). Die Anzahl an Ca-Ionen ist ausserdem ein Mass für die Härte von (Trink)wasser. Kalzium wird bei Lebewesen in Zähnen, Knochen, Gehäusen und Eierschalen eingelagert und ist in einer Reihe von Pflanzen enthalten.

Im menschlichen Organismus und in den meisten Tieren stellt Kalzium den Mineralstoff mit dem höchsten Anteil dar. So besitzt ein erwachsener Mann über ein Kilo Kalzium im Körper, bei Frauen ist der Anteil aufgrund der geringeren Skelettmasse etwas geringer. Der weitaus grösste Teil des Kalziums ist Zähnen und Knochen eingelagert, nur etwa 1% kommt im Blut und anderen Geweben vor. Von dem im Blut befindlichem Kalzium ist dabei ca. 55% als freies Ca2 vorhanden, ca. 40% ist an Proteine und etwa 5% an organische Säuren gebunden.

Die Hauptlieferanten des Menschen für Kalzium sind Milch und Milchprodukte.

Funktionen im Körper
Die wichtigste Funktion von Kalzium im menschlichen Körper erfüllt es durch den Aufbau und Erhalt von Zähnen und Knochen. Kalzium ist auch für die Blutgerinnung sehr wichtig, es besitzt dort die Bezeichnung Gerinnungsfaktor IV. Weiterhin steuert Kalzium die elektrischen Aktionspotentiale von Muskeln und Nerven.

Bedarf
Für Kinder unter einem Jahr wird die Einnahme von 400 mg Kalzium pro Tag empfohlen. Aufgrund der Tatsache, dass Kalzium von grösster Bedeutung für das menschliche Knochengerüst ist, und das vor allem in der Zeit des Wachstums, ist eine ausreichende Kalziumversorgung von entscheidender Bedeutung. Jugendliche sollten deshalb rund 1200 mg, also 1,2 Gramm zu sich nehmen. Für Erwachsene wird mit 1000 mg, also 1 g, etwas weniger empfohlen.

Für schwangere Frauen und stillende Mütter gilt, dass der Bedarf an Kalzium deutlich erhöht ist. Die Empfehlungen lauten, dass schwangere Frauen ca. 50% mehr Kalzium mit der Nahrung zu sich nehmen sollten.
Es ist auch wichtig darauf hinzuweisen, dass bei älteren Menschen und vor allem bei Frauen nach der Menopause aufgrund der Hormonumstellung eine Entkalkung der Knochen stattfindet.

Diese Tatsache ist eine der Ursachen von Osteoporose und kann zu einem erhöhen Kalziumbedarf führen. Es muss festgestellt werden, dass selbst in den Industrienationen, in denen viele Menschen mehr als ausreichend ernährt sind, bei einer Normalernährung die täglich erforderliche Kalziummenge oft nicht erreicht wird. Daher kann eine zusätzliche Versorgung mit Kalzium, z. B. zur Osteoporosevorbeugung notwendig werden.



Vor der Einnahme von Kalziumpräparaten sollte aber versucht werden, die Ernährung umzustellen. Hierbei muss beispielsweise beachtet werden, dass es Lebensmittel oder Getränke gibt die hohe Mengen an Phosphaten enthalten, z. B. Wurst und Coca Cola, die Kalzium im Körper binden und damit zu einer vermehrten Ausscheidung von Kalzium führen. Das gleiche gilt für Kaffee.

So benötigen Kaffeetrinker nach Angaben der American Dietetic Association für jede getrunkene Tasse etwa 40 mg Kalzium zusätzlich.


Kalziumhaltige Nahrungsmittel
Käse, Milch und andere Milchprodukte liefern die grössten Mengen an Kalzium. Neben Grünkohl enthalten Broccoli, Vollkorngetreide und Hülsenfrüchte Kalzium, jedoch in geringeren Mengen. Hartkäse enthält z.B. 800 mg, also 0,8 g pro 100 g. Ein Liter Vollmilch enthält etwa 1200mg, deckt also den täglichen Bedarf alleine ab. Wichtig ist es auch bei der Auswahl des Mineralwassers auf einen hohen Kalziumgehalt zu achten, vor bei Menschen, die Milchprodukte meiden. Die Werte schwanken von 20 mg bis zu fast 500 mg pro Liter Wasser.

Mangelerscheinungen
Die Entkalkung von Knochen und Zähnen ist die Folge von Kalziummangel. Dadurch besteht ein erhöhtes Risiko, dass es unter anderem bereits bei geringen Belastungen zu Knochenbrüchen kommt. Der Stabilitätsverlust bewirkt zusätzlich Verformungen, die zu Rückenproblemen und starken Schmerzen führen können.
Bereits ein leichter Kalziummangel kann besonders bei Sportlern zu muskulären Problemen wie Zittern und Krämpfen führen. Kalzium geht auch über den Schweiss verloren.

Überdosierungen
In der Regel wird zu viel aufgenommenes Kalzium ausgeschieden und ist damit unschädlich. Bei bestimmten genetischen Dispositionen kann es jedoch zu Nierensteinen kommen. Vor allem bei Dialysepatienten muss der Kalziumspiegel im Blut regelmässig kontrolliert werden.

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