Der Nutzen des Kraft- Ausdauertrainings aus präventiv-medizinischer Sicht        (Von Prof. Dr.med. Felix Gutzwiller, Direktor des Instituts für Sozial- und Präventivmedizin der Uni Zürich)

Aus der Sicht des Präventivmediziners sind heute viele Menschen Über- oder Fehlernährt, zu wenig kräftig, und bewegen sich eindeutig nicht genug. Wir leiden weniger unter "Stress" als unter einem chronischen Mangel an körperlicher Bewegung.

In den letzten 2 Jahrzehnten hat sich ein Fitnessboom entwickelt, und es ist Mode geworden, irgendeine Form von Training zu betreiben. Aber bei Betrachtung dieser Szene ist festzustellen, dass wir nach wie vor Ausdauertraining (Joggen, Velofahren, Schwimmen) und verschiedene, auch modische Forrnen von Gymnastik (Stretching, Aerobic etc.) im Vordergrund stehen. So sehr das wachsende Bewusstsein für die Bedeutung des Ausdauertrainings an sich zu begrüssen ist, so ist doch anzumerken, dass körperliche Fitness aus drei Hauptkomponenten besteht: Ausdauer, Beweglichkeit und Kraft. Während eine grosse Zahl von Menschen heute ein Ausdauertraining betreiben, ist sich erst eine Minderheit der Bedeutung einer allgemeinen Kräftigung bewusst.

Krafttraining ist nicht bloss nützlich, sondern notwendig. Je trainierter ein Mensch ist, umso mehr Kraft steht ihm pro Kilo Körpergewicht zur Verfügung. Es ist die Muskelkraft allein, die den Menschen aufrecht hält und trägt. Mit Krafttraining bremst der alternde Mensch gewisse Abbauvorgänge seines Körpers, und der Junge schafft sich ein natürlicher "Korsett", das ihn ein Leben lang trägt. Trainierte Muskeln weisen eine höhere Dichte auf, das spezifische Gewicht nimmt zu und damit den Schutz gegen Gewalteinwirkung von aussen. Krafttraining verbessert den Schutz gegen Üeberlastung im Sport und gegen Unfälle. Kommt es aber zu Verletzung im Bewegungsapparat kann Krafttraining die Rehabilitationszeit verkürzen. Da die Muskeln isoliert trainiert werden, ist auch dann ein Training möglich, wenn einzelne Glieder stillgelegt sind, z.B. in einem Gipsverband.  

Aktuelle Zahlen (Angaben der "Winterthur-Versicherung") der Aufwendungen für Erwerbsunfähigkeit nach Ursachen und betroffenen Organe zeigen folgende Werte: Unfälle 15,4 %, Herz-Kreislauferkrankungen 20,8 %, Gelenk und Wirbelsäule 26,5 %. Der Kostendruck dürfte die Krankenkassen in Zukunft veranlassen bei den Vergütungen von Rehabilitations- und Präventionsmassnahmen eine neue Gewichtung vorzunehmen. Eine Kasse, deren Mitglieder ein Durchschnittsalter von 45 Jahren aufweisen, hat doppelt so hohe Kosten wie eine Kasse im Durchschnittsalter von 35 Jahren. In den letzten 24 Monaten des Lebens sind die Kosten pro Person für die Krankenkassen gleich hoch wie im ganzen vorangegangen Leben. Das auch die Kräftigung des gesamten Körpers durch systematisches Krafttraining in den zukünftig zu fördern Präventionsmassnahmen deshalb einen Anteil haben wird, steht ausser Zweifel.

Das der Mensch älter wird, lässt sich nicht verhindern, aber es lässt sich verhindern, dass seine Muskulatur schwächer wird. Eine Ursache vieler so genannter Altersbeschwerden ist nicht auschliesslich aber weitgehend Mangel an muskulärer Stützung oder Dysbalance der Muskulatur bzw. in der Abnahme der Muskulatur begründet: Rückenschmerzen, Haltungsbeschwerden, Verspannungen im Schulter/Nackenbereich, Bandscheibenprobleme, Osteoporose, vor allem bei Frauen. Krafttraining kann gegen diese Entwicklung einen wichtigen Beitrag leisten, es ist effizient, leicht zu betreiben, unaufwendig, und für alle Altersklassen möglich und ungefährlich.

Wir werden in Zukunft nach wie vor mit einem Anstieg der Lebenserwartung zu rechnen haben. So erfreulich die steigende Lebenserwartung für das Individuum sein mag, so sicher sind die gesamtgesellschaftlichen und ökonomischen Probleme, die daraus resultieren: Es geht darum, eine grosse Zahl von alten Menschen in der langen Spanne zwischen Aufgabe der beruflichen Tätigkeit bis zum Tod bei möglichst guter Gesundheit zu erhalten. Der Leitsatz muss also heissen: Nicht länger leben, sondern so lange wir leben, gesund zu bleiben. Dies ist besser möglich, wenn das Individiuum seine Gesundheit fördert und frühzeitig mit Präventionsmassnahmen beginnt. Genau hier setzen wir den Schwerpunkt im Kneippverein Meilen und Umgebung, wir motivieren unsere Kneipp-Mitglieder die Verantwortung für die Gesundheit selber in die Hand zu nehmen und bieten alle notwendigen Vereins-Aktivitäten an. Auch erhalten unsere Mitglieder einen Rabatt für das Krafttraining im Activ Fitness in Meilen und Stäfa.

                                              Infos: sekretariat@kneipp-meilen.ch

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