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Mineralstoff Eisen
Die wichtigste Funktion von Eisen ist die Bindung von Sauerstoff an
das Molekül Hämoglobin in den roten Blutkörperchen. Auf diese Weise
wird der Sauerstoff aus den Alveolen (Lungenbläschen) im Blut zu den
Körperzellen transportiert. Ein Eisenmangel beeinträchtigt die
Bildung von Hämoglobin, wodurch es zu der häufigsten Anämieform, der
Eisenmangelanämie, kommt. Eine der Folgen davon ist eine
Minderversorgung des Organismus mit Sauerstoff.
Eisen im Organismus
Wie bereits erwähnt, wird Eisen zur Synthese des Häms und somit des
Hämoglobins benötigt. Hämoglobin ist der rote Blutfarbstoff in den
Erythrozyten, den roten Blutkörperchen. Es setzt sich zu ca. 94% aus
dem Eiweiß Globin und zu 6% aus dem Häm, an welches das Eisen
gebunden ist, zusammen. An das Hämoglobin gebundenes Eisen bindet
den Sauerstoff und befördert ihn so von der Lunge zu allen Zellen
des Organismus. Auf dem "Rückweg" transportiert das Hämoglobin das
Kohlendioxid aus den Zellen in die Lunge zurück, wo es dann mit der
Atemluft ausgeschieden wird. Kohlendioxid entsteht als
Verbrennungsprodukt des zellulären Stoffwechsels.
Im Kampf des Immunsystems gegen Krankheitserreger spielt Eisen eine
weitere wichtige Rolle, einerseits als Bestandteil vieler Enzyme,
andererseits brauchen auch die Erreger selbst Eisen zum Überleben.
Die Verfügbarkeit von Eisen für in der Zelle persistierende
Bakterien und ihren Wirt steht in einem fein regulierten
Gleichgewicht. Zum Einen benötigen die Wirtszellen Eisen als
Kofaktor für die Bekämpfung von Erregern, vor allem bei der
Produktion von aggressiven Sauerstoff-und Stickstoffradikalen. Zum
Anderen sind intrazelluläre Erreger für ihr Wachstum auf Eisen und
damit auf die Eisenvorräte des Wirts angewiesen. Experimente haben
gezeigt, dass sowohl ein Mangel als auch ein Überschuss an Eisen die
Fresszellen des Körpers (Makrophagen) in ihrer Fähigkeit
beeinträchtigt, bakterielle Erreger zu kontrollieren.
Die biologische Verfügbarkeit von Eisen schwankt je nach
Zusammensetzung und Art der Nahrung. So wird Eisen in zweiwertiger
Form vom Körper gut aufgenommen wie z.B. das im Fleisch befindliche
Ferrohäm (besteht aus Protoporphyrin u. Fe2+). Pflanzliches Eisen
(Gemüse, Salate und Obst) liegt hingegen dreiwertig vor. Es muss
erst zu zweiwertigem Eisen reduziert werden und kann daher im Darm
schlechter aufgenommen werden. Es müssen also wesentlich größere
Mengen an eisenhaltigen Lebensmitteln zugeführt werden, wenn man
sich ausschließlich vegetarisch ernährt.
Bedarf
Von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung werden zur gesunden
Ernährung für Personen ab dem 8. Lebensjahr 10 bis 12 mg Eisen
empfohlen. Vom Eintritt der Regel bis zur Menopause sollten Frauen
aufgrund des monatlichen Blutverlustes etwas mehr, nämlich 15 mg
Eisen aufnehmen. Einen besonders hohen Eisenbedarf haben schwangere
und stillende Frauen. Ihr Bedarf beträgt etwa 30 mg für schwangere
bzw. 20 mg für stillende Frauen. Frauenärzte empfehlen meist die
Einnahme von Eisenpräparaten, weil dieser Bedarf nicht immer durch
die Nahrung gedeckt werden kann.
Ein Mehrbedarf an Eisen kann u.a. bei Kindern im Wachstum, Senioren,
Sportlern, Vegetariern, häufigen Blutspendern und bei einer Reihe
von Erkrankungen (z.B. Blutkrankheiten, Rheuma und Tumoren)
auftreten.
Vitamin C, einige Aminosäuren und Fruktose verbessern beispielsweise
die Aufnahme von Eisen. Oft ist das Eisen in Eisenpräparaten deshalb
in Kombination mit Vitamin C enthalten. Andere Stoffe, wie z.B.
Tannine aus Kaffee oder Tee und Oxalsäure aus Spinat hemmen dagegen
die Aufnahme von Eisen aus der Nahrung.
Eisenmangel
Eisenmangel ist neben dem Jodmangel das in Industrieländern am
häufigsten auftretende Defizit bei den Mineralstoffen und die
Eisenmangelanämie ist weltweit die häufigste Eisenmangelkrankheit.
Generell kommt ein schwerer Eisenmangel in Europa jedoch sehr selten
vor, von einem leichten bis mittleren Eisenmangel sind jedoch viele
Menschen, insbesondere Frauen (die Zahlen schwanken zwischen 20 und
50%) betroffen. Er kann beispielsweise bei stark einseitiger
Ernährung (Diät, kein Fleisch) auftreten sowie durch die
vornehmliche Zufuhr schlecht verwertbarer Eisenverbindungen. Eisen
kann auch durch stärkere Blutungen verloren gehen, beispielsweise
während der Menstruation, durch Verletzungen und durch häufiges
Blutspenden.
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Erkrankungen im Magen-Darm-Kanal können die Eisenaufnahme
beeinträchtigen, etwa durch unzureichende Umwandlungsprozesse.
Ein Eisenmangel kommt auch im Rahmen bestimmter Krankheiten
(z.B. Infektionen, Hormonstörungen Rheuma, Krebs) vor oder kann
durch Arzneimittel (z.B. Antibiotika, einige schmerz- und
entzündungshemmende Medikamente) entstehen. Ein Mangel an
Vitamin B6 kann zum Eisenmangel beitragen. |
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Symptome für
Eisenmangel sind fehlende körperliche und psychische
Leistungsfähigkeit, Müdigkeit, Schwäche, Kopfschmerzen,
Wetterfühligkeit, Nervosität und Reizbarkeit. Es kann zu Blässe,
spröder, rauer Haut und zu brüchigem Haar kommen, Rillen in den
Fingernägeln und Risse in den Mundwinkeln können sich bilden. Weiter
können Herzklopfen, Atemnot, Zungenbrennen und Verstopfung
entstehen. Ein Eisenmangel verhindert auch die Aktivität wichtiger
Enzyme, die wiederum an vielen Körperprozessen beteiligt und damit
beeinträchtigt sind. Weiter wird die Thermoregulation (Wärmehaushalt
des Körpers) gestört, es können Abwehrschwächen auftreten und die
Anfälligkeit für Infektionen kann steigen.
Gewarnt wird vor der Gefahr einer Frühgeburt bei Schwangerschaften.
Diese ist bei Frauen, die an Eisenmangel leiden, deutlich höher.
Auch das Risiko einer Totgeburt steigt.
Überdosierung und Vergiftung
Als Nebenwirkung einer erhöhten Eisenaufnahme kann eine
Dunkelfärbung des Stuhls auftreten, die medizinisch keine Bedeutung
besitzt. Eine Überdosierung tritt selten auf, zu viel Eisen wird
beim Gesunden ausgeschieden.
Dennoch kann es durch die versehentliche Einnahme größerer Mengen an
eisenhaltigen Arzneimitteln oder Präparaten zu einer Eisenvergiftung
kommen. Dies ist bei Erwachsenen selten, bei Kindern sind diese
Unglücksfälle, die einen tödlichen Ausgang haben können, jedoch
häufiger. Die tödliche Dosis beträgt ca. 35-630 mg/kg Körpergewicht
(handelsübliche Eisentabletten enthalten jeweils etwa 40 bis 100 mg
Eisen). So können bei Kleinkindern mit einem Körpergewicht von 10
Kilogramm u.U. bereits 5 Eisentabletten tödlich wirken.
Die
Symptome einer akuten Eisenvergiftung treten etwa 30 bis 120
Minuten nach der Einnahme auf und bestehen in heftigem
Erbrechen, starken Magenschmerzen und Durchfall. Durch die hohen
Flüssigkeitsverluste kann eine Schocksituation eintreten, die
zum Tod führen kann.
Wenn sich die Patienten von den ersten Symptomen erholt haben,
kann es etwa einen Tag später zu einem starken Blutdruckabfall,
zu Krämpfen und zu einer schweren Leberentzündung kommen. |
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