Vitamin B12

Vitamin B12- die Supermoleküle
Das erstaunlichste Vitamin ist Vitamin B12. Wir brauchen davon nur etwa drei millionstel Gramm pro Tag, im ganzen Leben geradeso viel, wie ein Getreidekorn wiegt.Trotzdem sind dann alle unsere Körperzellen ausreichend mit Vitaminmolekülen versorgt. Vitamin B12 ist wie auch das Vitamin D nur in tierischer Kost enthalten, also z. B. in Fleisch, Milch oder Käse. Selbst herstellen kann es unser Stoffwechsel nicht. Vitamin B12 (Kobalamin) ist ein komplexes Molekül mit einem Kobaltatom im Zentrum. Die Struktur ähnelt dem Hämoglobin-(Blutfarbstoff-)molekül mit seinem Eisenatom im Zentrum.


Veganern fehlt oft Vitamin B12
Veganer,d. h.Vegetarier die auch auf Milch und Eier verzichten, müssen daher für ihre Versorgung mit Vitamin B12 unbedingt Sorge tragen. lhr Hinweis, dass ja auch die vielen Millionen indischen Landbewohnerfleischfrei lebten und dabei gesund blieben, zählt nicht. Denn im Gegensatz zu unserem Getreide, das stark mit Pestiziden gespritzt wird, leben im indischen Korn winzige Käfer und Insekten, die Vitamin B12 enthalten und die den minimalen Bedarf an diesem kostbaren Naturprodukt decken. In unserem Getreide aber sind diese oft kaum sichtbaren Rohstoffträger nicht lebensfähig.
Tipp: Linsensprossen und Sprossen der Mungobohne sind ebenfalls Vitamin B12 Lieferanten.
 
Seealgen helfen
92 Prozent aller Vegetarier leiden, meist ohne es zu wissen, unter Vitamin-B12-Mangel. Allerdings enthalten Seealgen Mikroorganismen, die wiederum mikroskopisch winzige Spuren von Vitamin B12 in sich tragen. Mit Gärungs- oder Fermentprodukten wie Sauerkraut oder Joghurt können Bakterien der Darmflora Vitamin B12 herstellen. Dasselbe gilt für natürliches Wasser, das bakteriell "bearbeitet" ist, wie z. B. in stehenden Gewässern. Aus solchen Quellen haben schon vegetarisch lebende Vorfahren ihren Bedarf an diesem "Tiervitamin" gedeckt. Strikte Veganer entwickeln nach neueren Erkenntnissen eine besondere Fähigkeit zur eigenen Vitamin-B12-Produktion.

Die Folgen von Vitamin-B12-Mangel
Ein Mangel an Vitamin B12 führt zu nervösen Störungen sowohl im psychischen Bereich als auch bei der Nervenfunktion in Muskeln. Das Vitamin ist dynamisch am Stoffwechsel von Eiweiss, Fett und Kohlenhydraten beteiligt und arbeitet eng mit Vitamin C, Folsäure und dem B-Vitamin Pantothensäure zusammen. Damit wir gesunde Nerven haben und gegen den Alltagsstress gewappnet sind, hilft es den Folsäuremolekülen tatkräftig bei der Herstellung des Nervenstoffs Cholin im Körper. Auch die in unserem Organismus meist zu dürftigen Eisensubstanzen. bringt es in Schwung.

Leistungen des Supervitamins B12
Das Vitamin B12 hilft dem Vitamin A tatkräftig bei dessen Einbau ins Körpergewebe. Es unterstützt die Karotinoide beim Einzug ins Stoffwechselgeschehen und auch bei der Umwandlung in das aktive Vitamin A. Schliesslich kurbelt es zusammen mit anderen Stoffen den Bau von Desoxyribonukleinsäuren und Ribonukleinsäuren an. Das sind die Eiweissstoffe, aus denen unsere Zellkerne gebaut sind und die auch alle unsere Erbanlagen enthalten.

Schutz vor Nervenkrankheiten
Wenn ein Vitamin-Bit-Mangel nicht früh genug erkannt wird, können sich schwere Nervenstörungen entwickeln oder mitbedingt werden, wie z. B. die multiple Sklerose, eine schwere Nervenkrankheit, bei der sich fortschreitend die schützende Myelinschicht der Nervenzellen zersetzt, was zu Lähmungen und schliesslich zum Tod führen kann. Es ist erstaunlich, dass ein Biostoff der nur in mikroskopisch winzigen Mengen benötigt wird, eine solche dynamische Wirkung in unserem Körper hat. "Relativ gesehen", so moderne Biochemiker, "ist das Vitamin B12 unendlich explosiver als die stärkste Wasserstoffbombe." Andere Physiologen halten den Biostoff für eine der rätselhaftesten Erfindungen der Natur. "Selbst in den nächsten 1'000 Jahren", so behaupten sie, "wären sämtliche Wissenschaftler der Welt, auch wenn sie gemeinsam nur an dieser Aufgabe arbeiteten, unfähig, ein zweites Molekül zu entwickeln, das so grossartige Leistungen in der Entwicklung des Lebens auf der Erde vollbringen könnte."

Warnzeichen für Vitamin-B12-Mangel

Müdigkeit Mundentzündungen
Ständige Nervosität Übler Körpergeruch
Depressionen Menstruationsbeschwerden
Taubheitsgefühl in Armen und Beinen Gehbeschwerden
Stottern    

Vitamin-B12-Mangel wird oft übersehen
Die Ursachen werden in ihren Zusammenhängen erst langsam erkannt. Zwar braucht jeder Mensch täglich etwa drei Millionstel Gramm Vitamin B12. Aber selbst mit etwa einem Zehntel dieser Miniration kann man seinen Lebensmotor aufrechterhalten. Allerdings entleeren sich dadurch allmählich die Reserven von einem bis zehn Milligramm, die zu 50 bis 90 Prozent in der Leber gespeichert sind. Bei permanentem Vitamin-B12-Mangel dauert es zwischen drei und sechs Jahren, bis sich Mangelerscheinungen abzeichnen. Wer also morgens schon nervös und gereizt ist, verdankt dies wahrscheinlich einer jahrelangen falschen Ernährung. Wenn dieser Patient nach einem Bluttest wieder zum Arzt kommt, wird er strahlend empfangen: "Die Vitamin-B12-Werte in Ihrem Blut sind gut!" Die Wirklichkeit sieht meist düsterer aus, denn aus dem Blut lässt sich der schlechte Vitamin-B12-Status der Körperzellen nicht ablesen.

Ohne Vitamin B12 liegen die Nerven blank
In der Nervenzelle wird Vitamin B12 dringend gebraucht, um an den Eiweiss- und an den Fettstrukturen der Myelinschicht, der schützenden Membran, mitzuwirken. Ohne Vitamin B12 wird Myelin abgebaut, die Schutzschicht um die Nervenzelle schält sich oder baut sich ab. Die Nerven werden dünnhäutig, liegen bloss. Man ist übernervös - und schon bald zeigen sich erschreckende Symptome dieses Vitaminmangels in den Gliedmassen:
 
  Taubheitsgefühle
  Prickeln
  Lähmungserscheinungen

Ihr täglicher Bedarf an Vitamin B12
Vitamin B12 ist vorwiegend in tierischer Kost enthalten, besonders reich in Leber, Fleisch, Geflügel, Eiern und Milchprodukten (ausgenommen Butter). Auch Austern, Schaltiere und Krabben enthalten viel Vitamin B12. Eine ausgezeichnete Zusatznahrung ist Bierhefe. Hefen sind Mikroorganismen, die das Vitamin in der Natur synthetisieren. Muscheln oder Schaltiere sind nur deshalb so reich an Vitamin B12, weil sie im Wasser Mikroorganismen als Nahrung filtern. Seetang und Algen sind gute Quellen für Vitamin B12. Tipp: Linsensprossen und Sprossen der Mungobohne sind ebenfalls Vitamin B12 Lieferanten.
Folgende Mengen an Vitamin B12 werden täglich benötigt
  Kinder: zwischen 1 und 3 Mikrogramm       Stillende Mutter: bis zu 5 Mikrogramm
  Erwachsene: zwischen 2 und 4 Mikrogramm          

Wofür Vitamin B12 wichtig ist
 
  Lebensfreude, Optimismus, Stimmungslage
  Positive Reaktion auf Stress
  Geistige Frische
  Muskelarbeit
  Gehirn und Nervensystem
  Wachstum und Bau der roten
Blutkörperchen
  Knochenbau
  Fettverwertung
  Energie- und Eisenstoffwechsel

Vitamin-B12-Gehalt in Lebensmitteln

Lebensmittel Mikrogramm
(je 100 Gramm)
   
Leber 68,0
Hühnerleber 37,2
Leberwurst 23,4
Austern 18,2
Hering 13,0
Makrelen 9,1
Ölsardinen 8,7
Forelle 7,4
Eigelb 3,6
Aal 2,9
Fleisch 2,4
Hühnchen 0,9
Milch 0,3
Joghurt 0,3

Tipps für Ihre Vitamin-B12-Versorgung
Zucker, Süssigkeiten und süsse Getränke stören die empfindliche Darmflora und behindern damit die Aufnahme von Vitamin B12. Lebensmittel, die reich an Vitamin B12 sind, sollten über den Tag verteilt gegessen werden, weil dann ein Maximum davon aufgenommen wird. Wer seine tägliche Vitamin-B12-Ration auf eine Hauptmahlzeit legt (z. B. Leber mit Kartoffelbrei), nimmt nur etwa ein Viertel des Vitamins auf, während der Rest ausgeschieden wird. Bei sehr kleinen Portionen werden bis zu 80 Prozent durch die Darmwand aufgenommen, bei Grossportionen mitunter nur acht bis zehn Prozent.

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