| Wenn Sebastian Kneipp heute durch
Bad Wörishofen gehen würde
Ein Gedicht von Giselle Roeder, Vancouver, Canada, Autorin vom Buch "Healing with water" (im Kneippverlag) Pfarrer
Kneipp mit dem weissen Spitz
Geht oft durch seine Stadt.
Er schaut sich um und staunt nicht schlecht
wie sie sich verändert hat. Er
guckt in manches Fenster nei’
und schüttelt seinen Kopf –
denn, was er sieht, das kennt er nicht;
Brennsupp’ hat keiner im Topf Ach
Spitz, sagt er, mein guter
Freund
was tun mir weh die
Beine
die Sandaln kann ich nicht
ausziehen,
da unter mir nur Steine. Schau’
nur die vielen Häuser an
wo früher keine standen,
sogar das Bächlein ist gezähmt,
verläuft in steinernen Wanden. Kein
Gras kein Vieh, kein Kuhfladen
um den sich Spatzen raufen,
und soviele Menschen, viel zu dick,
die alle tun was kaufen! Apotheker,
die mich nie gemocht
Verkaufen Kneipp-Produkte. –
Das Buchgeschäft, oh, Spitz, schau her,
Kneipp-Bücher, soviel Gedruckte! Und Ärzte
gibt’s wie Sand am Meer!
So sollte ich doch meinen
Wenn ICH die Patienten hätt’ teilen gekonnt,
dann kriegte jeder nur EINEN! Sicher
führt der kleine Hund
Kneipp hin zur Kneipp’schen Eiche,
dort setzt er sich auf den grossen Stein
und zieht so seine Vergleiche. Er
denkt an früher, sein armes Dorf
Uns was aus ihm geworden:
Die Wasserkur hat es reich gemacht-
Nachdem er war gestorben. Nun die Moral von der Geschicht’:
Tot ist Pfarrer Kneipp noch lange nicht.
Sein Geist lebt fort, und seine Kur
zieht immer grössere Kreise.
In Ost und West, Süd und Nord
lobt man die Kneipp’sche Weise Copyright
by Giselle Roeder |