Spurelement Bor

Bor besitzt es eine Reihe von lebenswichtigen Funktionen bei Pflanzen und Tieren. Ob dies auch für den Menschen gilt, ist bis heute noch nicht endgültig bewiesen.

Borverbindungen scheinen Lieferanten von Hydroxylgruppen zu sein und könnten in dieser Funktion die Herstellung einer Reihe von Hormonen, vor allem der Geschlechtshormone Östrogen und Testosteron, unterstützen. Borverbindungen scheinen auch den Proteinabbau zu hemmen, also Proteine im Zellplasma zu stabilisieren. In dieser Funktion kann auch die positive Wirkung einer Einnahme von Bor bei Osteoporose erklärt werden, weil dort wahrscheinlich im Knochen der Abbau von Proteinen, aus denen das Zellskelett unter anderem besteht, gebremst werden kann. Auch für das Immunsystem spielt Bor wahrscheinlich eine Rolle, möglicherweise, weil es die Stabilität oder Bildung von Antikörpern fördert.

Bedarf

Für den empfohlenen Tagesbedarf an Bor gibt es bisher keine verbindlichen Angaben, geschätzt werden aber 1 bis 7 mg pro Tag bei Erwachsenen.

Hauptvorkommen

Bor kommt vor allem in pflanzlichen Lebensmitteln, in vielen Früchten und Gemüsen, aber auch in der Milch und Milchprodukten sowie im Trinkwasser vor. Täglich werden etwa 1 bis 3 Milligramm Bor aufgenommen.
 
Bor-Gehalt in Lebensmitteln
 
Lebensmittel Mikrogramm
(je 100 Gramm)
   
Soja 2,8
Pflaumen 2,7
Rosinen 2,4 - 2,8
Erdnüsse, Haselnüsse, Mandeln je 1,6 - 2,4
Datteln 1
Rotwein (0,1 Liter) 0,85

Ein Bormangel konnte bisher nur experimentell nachgewiesen werden. Bekannt ist, dass in Ländern, deren Böden borarm sind, beispielsweise Jamaika und Mauritius, die Arthritis häufiger vorkommt. In solchen Ländern wird mit der Ernährung meist nur 1 bis 2 mg Bor täglich aufgenommen, während in Ländern mit geringen Vorkommen an Arthritis etwa 5 bis 10 mg Bor täglich aufgenommen werden.

Bor kann durch gechlortes Wasser, halogenierte Kohlenwasserstoffe, Alkoholika (Schnaps, Likör) und chlorhaltige Antibiotika verloren gehen.

Zu hohe Zufuhren an Bor können giftig wirken, sie können Enzymaktivitäten hemmen und einige andere Störungen auslösen. Dazu gehören beispielsweise Erbrechen, Durchfälle, Kopfschmerzen, Ruhelosigkeit und Nierenschäden.

Der für medizinische Anwendungen sichere Bereich von erhöhten Dosierungen ist bisher nicht definiert. Früher verwendete man in der Medizin Borwasser für die Augen. Da dieses häufiger Vergiftungen auslöste, setzte man diese Therapie ab. Borhaltige Präparate sind deshalb in vielen Ländern nicht zugelassen.
 
Die Ergänzung von Bor zur Vorbeugung oder begleitenden Therapie, beispielsweise bei Osteoporose, ist bei uns nicht üblich. In den USA ist Bor in geringen Mengen in einigen Nahrungsergänzungsmitteln enthalten, die den Knochenbau unterstützen können. Die Anwendung sollte nur unter therapeutischer Kontrolle erfolgen.

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